Amtsdeutsch Übersetzer: Behördendeutsch in einfacher Sprache

Amtsdeutsch ist die Sprache von Behörden, Gerichten und Ämtern. Viele Menschen verstehen diese Briefe nicht sofort, auch wenn Deutsch ihre Muttersprache ist.

Diese Seite erklärt die wichtigsten Wörter und zeigt, wie Sie Behördendeutsch Schritt für Schritt in einfache Sprache übersetzen.

Was ist Amtsdeutsch und warum ist es so schwer?

Behörden schreiben so, dass der Text rechtlich genau ist. Verständlich ist er dadurch oft nicht. Typisch sind:

  • lange Sätze mit vielen Nebensätzen
  • Fachwörter aus Gesetzen und Hinweise auf Paragrafen
  • Substantive statt Verben, zum Beispiel „Festsetzung“ statt „wir legen fest“
  • Passiv: Es ist nicht klar, wer etwas tun soll
  • Das Wichtigste, zum Beispiel die Frist, steht oft erst am Ende

Amtsdeutsch: Beispiele und was sie bedeuten

  • Bescheid: die schriftliche Entscheidung einer Behörde in Ihrem Fall.
  • Rechtsbehelfsbelehrung: ein Absatz, meist am Ende. Er sagt, wie, wo und bis wann Sie sich gegen die Entscheidung wehren können.
  • Widerspruch: Sie teilen der Behörde mit, dass Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sind. Die Behörde prüft dann noch einmal.
  • Einspruch: dasselbe Prinzip mit anderem Namen, zum Beispiel beim Steuerbescheid oder beim Bußgeldbescheid.
  • Frist: der Zeitraum, in dem Sie etwas tun können oder sollen. Danach ist es oft zu spät.
  • Bekanntgabe und Zustellung: Bekanntgabe heißt, der Bescheid gilt als bei Ihnen angekommen. Ab diesem Tag läuft meist die Frist. Zustellung ist eine förmliche Übergabe mit Nachweis, zum Beispiel im gelben Umschlag.
  • Anhörung: Die Behörde plant eine Entscheidung und gibt Ihnen vorher die Gelegenheit, Ihre Sicht zu schreiben.
  • Mitwirkungspflicht: Wer eine Leistung beantragt oder bekommt, soll Angaben machen, Änderungen melden und Unterlagen vorlegen.
  • Säumniszuschlag: ein Zuschlag, wenn eine Steuer nicht pünktlich bezahlt wurde.
  • Mahnung: eine Erinnerung, dass eine Zahlung noch offen ist.
  • Festsetzung: Die Behörde legt einen Betrag verbindlich fest.
  • Vollstreckung: Eine Forderung wird mit Zwang durchgesetzt, zum Beispiel durch eine Pfändung.
  • Aktenzeichen: die Nummer Ihres Vorgangs. Geben Sie sie bei jeder Antwort an.
  • Bewilligung: Ihr Antrag wurde genehmigt.
  • Erstattung: Geld wird zurückgezahlt. Lesen Sie genau: Entweder bekommen Sie Geld zurück, oder die Behörde verlangt Geld von Ihnen zurück.

Die Erklärungen sind allgemein. Welche Frist und welcher Betrag für Sie gelten, steht in Ihrem eigenen Brief und in der Rechtsbehelfsbelehrung.

So übersetzen Sie Amtsdeutsch in einfache Sprache

  1. Absender finden: Wer schreibt? Der Name steht oben, zusammen mit dem Aktenzeichen.
  2. Forderung finden: Was sollen Sie tun? Zahlen, antworten, Unterlagen schicken oder nur zur Kenntnis nehmen?
  3. Frist finden: Suchen Sie nach einem Datum und nach Wörtern wie „bis zum“, „innerhalb von“ oder „spätestens“.
  4. Betrag finden: Wie viel, an wen, mit welcher IBAN und welchem Verwendungszweck?
  5. Rechtsbehelf finden: Lesen Sie die Rechtsbehelfsbelehrung. Dort steht, wie Sie Widerspruch oder Einspruch einlegen können.

Schreiben Sie die fünf Antworten in eigenen Worten auf. Dann haben Sie den Brief in einfache Sprache übersetzt.

Wie Postklar beim Übersetzen hilft

Postklar ist eine iPhone-App. Sie fotografieren den Brief oder importieren ein PDF. Die App erklärt den Brief in 2 bis 3 einfachen Sätzen in Ihrer Sprache: Deutsch, Englisch, Russisch, Ukrainisch, Arabisch, Türkisch, Polnisch oder Spanisch.

  • Fristen werden angezeigt, auch aus der Rechtsbehelfsbelehrung, und lassen sich in den Kalender eintragen.
  • Beträge, IBAN und Aktenzeichen können Sie kopieren. Jede Zahl wird mit dem Brief verglichen, unklare Zahlen sind markiert.
  • Sie können Fragen zum Brief stellen und einen Antwortentwurf mit Übersetzung bekommen.
  • Die ersten 3 Briefe sind kostenlos. Ein Konto brauchen Sie nicht.
  • Ihre Briefe werden nicht auf den Servern von Postklar gespeichert und nicht für das Training von KI verwendet.

Die App erklärt, sie ist keine Rechtsberatung. Bei Post vom Gericht, bei einer Vollstreckung, bei hohen Beträgen oder Fragen zum Aufenthalt hilft eine Beratungsstelle, zum Beispiel die Verbraucherzentrale, die Schuldnerberatung, die Migrationsberatung oder die Beratungshilfe beim Amtsgericht.

Häufige Fragen

Gibt es einen Amtsdeutsch Übersetzer?

Ja. Sie können die Wörter mit der Liste auf dieser Seite selbst übersetzen. Oder Sie fotografieren den Brief mit einer App wie Postklar und bekommen eine Erklärung in einfacher Sprache.

Was sind typische Beispiele für Amtsdeutsch?

Zum Beispiel Bescheid, Rechtsbehelfsbelehrung, Widerspruch, Anhörung, Mitwirkungspflicht, Säumniszuschlag und Vollstreckung. Die Bedeutung steht in der Liste oben.

Wie kann ich Behördendeutsch übersetzen?

Suchen Sie fünf Dinge im Brief: Absender, Forderung, Frist, Betrag und Rechtsbehelf. Schreiben Sie die Antworten in eigenen Worten auf.

Was ist der Unterschied zwischen Widerspruch und Einspruch?

Beide bedeuten: Sie sind mit einer Entscheidung nicht einverstanden. Welches Wort gilt, hängt von der Art des Briefes ab. Es steht in der Rechtsbehelfsbelehrung Ihres Briefes.

Postklar erklärt Ihren Brief in Ihrer Sprache

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Diese Seite erklärt allgemein, was solche Briefe bedeuten. Sie ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich ist immer, was in Ihrem Brief steht.

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Quellen

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